Zwischen Lust und Frust.

Von Null auf Homeoffice.

Wie sich der Lockdown auf die Persönlichkeit auswirkt! Überleben im Homeoffice

Extra- und Introversion sind in hohem Maße angeboren, das heißt, eine Extravertierte wird im Leben keine Introvertierte – und umgekehrt. Das heißt aber nicht, dass Eigenschaften wie Kommunikationsfähigkeit oder hohe Konzentration auf eine bestimme Arbeit nicht erlernt werden könnten. Gerade für den Beruf zählen beide Persönlichkeitstypen als wertvolle und gleichwertige Naturanlagen. Die gute Nachricht: beide Anlagen können erlernt und erworben werden. Die Schlechte: die Ausgangsbeschränkungen und im schlimmsten Fall der Lockdown trifft die Extras besonders hart.

Was bist Du? Intro oder Extro? Hast Du Lust den eigenen Anlagen „auf den Grund“ zu gehen?

Um herauszufinden, ob jemand extra- oder introvertiert ist, eignen sich zum Beispiel die folgenden Fragen: Woher tankst du Energie? Woher kommt Deine Kraft? Aus der Außenwelt (extravertiert) oder aus deinem Innenleben (introvertiert)? Oder der Frage nachzugehen: Worauf richtest du deine Aufmerksamkeit? Nach außen (extravertiert) oder nach innen (introvertiert)? Sei mal ehrlich: Neigst du dazu, zuerst zu reden und dann zu denken – vielleicht? Dann bist Du eher extravertiert. Oder neigst du dazu, zuerst zu denken und dann zu reden – vielleicht. Dann bist Du eher introvertiert?

Na – welcher Typ bist Du?

Wichtig zu wissen: Obwohl Introvertierte durchaus gern unter Menschen sein können, benötigen sie dennoch vor allem viel Zeit für sich allein. Extravertierte sind dagegen gesellig und erzählen gern. Für sie ist Kommunikation etwas Leichtes, Müheloses und Selbstverständliches – da tanken sie auf. Sie reden und lassen ihr Gegenüber an ihren Gedanken und Gefühlen teilnehmen.

Introvertierte Menschen im Team hingegen können viel leichter mit sich, mit dem Alleinsein im Home-Office und mit dem Bearbeiten von Arbeitsaufgaben im Alleingang, fertig werden.

Mein Tipp für Intros:

planen Sie im Home-Office hin und wieder ein Mail, statt Telefonate, an die Teamkollegen ein. Schreiben Sie eine kurze Rückmeldung oder ein kleines Feedback an ihre Kolleginnen und Kollegen.

Zeigen Sie Präsenz durch Mail und SMS. Das fällt Ihnen als Intro leichter und es freut die Extro-Kolleginnen und Kollegen im Team.

Extras wiederum sprechen ihre Gedanken aus, noch während sie denken, nach dem Motto: »Woher soll ich wissen, was ich denke, wenn ich nicht höre, was ich sage.« Dies ist den Intros fremd, sie weben ihre Gedanken im Inneren und präsentieren dann das Resultat. Deswegen brauchen sie oft länger und äußern sich nicht so spontan wie die Extras. Intros sprechen nicht gern beim Denken, weil sie nicht gern ins Unreine reden.

Wie ist es nun im Homeoffice?

Welche „innere“ Atmosphäre erzeugt ein Lockdown für Extros und Intros?

Wie wirken sich diese äußeren Einschränkungen auf die Persönlichkeit von Extros und Intros im Innern aus?

Der Corona-Blues ist prädestiniert für die Extros. Der Plausch in den Teeküchen der Unternehmen, die Diskussionen mit den Fachkolleginnen und Kollegen, der Austausch in den Besprechungen und auf dem Flur, die Abstimmungen mit den Projektbeteiligten bei einer Tasse Kaffee und letztlich auch die Kantine, wo man abteilungsübergreifend in den ausgiebigen Kontakt mit den Menschen im Unternehmen kommt. Diese Faktoren bringen die Extros zum Blühen.

Alles nicht mehr da, oder stark eingeschränkt. Die Bürotür ist zu. Der Partner mit den Kindern beschäftigt. Das umfunktionierte Schlafzimmer ist das neue Homeoffice. Das Radio ersetzt ansatzweise das Gemurmel auf dem Flur. Für alleinlebende wird der Kühlschrank zur Kantine und Alexa als sprechende Assistentin.

Gerade im Home-Office erkennen viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, dass das Fehlen von kleinen Gesprächskontakte zwischen den Kolleginnen und Kollegen große Auswirkungen, sowohl auf die Arbeitsproduktivität, als auch auf die eigene Befindlichkeit und Energiebilanz haben. Gerade extravertierten Menschen fehlt es sehr schnell und fühlbar am Kontaktangebot.

Extrovertierte sind Sprechdenker mit erhöhtem Redebedarf. Das kann im Home-Office leicht zum „inneren Stau“ führen.

Mein Tipp: legen Sie im Home-Office öfter kleine Pausen ein. Telefonieren

Sie zwischendurch mit Bekannten und Freunden. Terminieren Sie kleine Telefonkonferenzen. Sie werden sehen, wie agil und souverän sie „wieder“ im Kontakt mit anderen werden. Legen Sie ein „Schwätzchen“ mit der Nachbarin ein. Sorgen Sie selber dafür, dass ausreichend Kontaktangebot für Sie zur Verfügung steht. Wer auch immer!

Übrigens – ein kleiner Einkaufsbummel oder ein Besuch in der Bäckerei ums Eck, kann Wunder bei Extrovertierten bewirken. Probieren Sie es aus!

Wie sich die Extros vor dem Corona-Blues schützen und die Intros sich vom Großraumbüro der Unternehmensetage erholen, das erfahren Sie in der Gebrauchsanleitung für Extros und Intros.

Mehr dazu im Buch >>So bin ich eben! im Job<< oder in meinem kostenlosen Newsletter (abonnieren)

Also – keine Angst vor dem Lockdown. Gestalten Sie Ihre Homeoffice-Phase nach ihrer Persönlichkeit und nicht anders.

Extros benötigen Reize von außen und genießen Stimulation durch ihre Mitmenschen. Waschechte Extros werden sicherlich auch im Homeoffice die Möglichkeiten des sozialen Austauschs finden und in den Zoom-Konferenzen ihre Persönlichkeit ausspielen können. Unabdingbar ist für Extros der persönliche Kontakt um in die eigene Leistungsphase zu kommen. Denn diese spontanen Plaudereien, der Austausch in der Kaffeepause und die Lebendigkeit der Face-to-face Diskussionen in Meetings entfaltet in den Extros das ganze Spektrum ihres Potentials. Ein lebendiges Umfeld durch soziale Reize angereichert, hebt die Extros auf das  optimale Funktionsniveau.

Und – wenn Sie selber Chef sind: Gehen Sie Ihr Team durch. Wer ist extravertiert und wer ist introvertiert? Rufen Sie bei den Extros öfter an (als bei den Intros) und bringen Sie Neuigkeiten aus der Firma ins Gespräch. Fragen Sie nach dem Befinden? Der extrovertierte Mitarbeiter freut sich über jedes Kontaktangebot. Welche Führungskompetenzen es braucht, um Extros exzellent zu führen, erfahren Sie hier.

Intros brauchen hingegen weniger Reize von außen. Weniger Kontakt zu anderen Menschen entstresst die Intros allgemein. Im Unternehmen können Sie diesen Reizen kaum entkommen. Ein Einzelbüro wird zum idealen Rückzugsort. Der Austausch mit einem lange bekannten KollegIn wird zur Regenerationsmöglichkeit. Der quirlige Kommunikationsalltag in Unternehmen und oftmals immer noch Großraumbüros erzeugen einen Alptraum für die Intros. Denn: Die Intros fühlen sich mit sich selber alleine wohl. Die Umwelt zu Hause, der Partner, der diese wertvolle Eigenheit kennt und schätzt, lassen den Intro im Lockdown aufatmen. Intros profitieren eindeutig vom Homeoffice. Sie finden mehr Ruhe, haben sich und die eigene Planung gut im Blick und können sich auf die Umsetzung der vereinbarten Ziele und die eigenen Ideen artgerecht besinnen und eine professionelle Lösung erzeugen. Bei Bedarf können Sie selbstbestimmt zum Hörer greifen und sich Rat und Tat einholen. Wohlgemerkt – selbstbestimmt!

Welche Führungskompetenzen es braucht, um Intros exzellent zu führen, erfahren Sie hier.

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